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Fragen und Antworten

Wieviel ist mein Instrument heute wert?
Wo erhalte ich mein Melton/Meinl-Weston Instrument?
Woher kommen die Markennamen Melton und Meinl-Weston?
Weshalb tragen ältere Meinl-Weston-Instrumente aus den USA den Zusatz „A Division of Getzen“?
Kurzanleitung zum Einstimmen einer 5- und 6-ventiligen F-Tuba von Michael Kleefoot
Wie lässt sich das Federventil eines Melton Es/B Umschalthorns feststellen?
Was bewirkt der optionale doppelt konische Stimmzug bei Parforcehorn-Modellen?
Was bewirkt das echte Waldhorn-Mundrohr beim R 1181w?
Wie wird man Instrumentenmacher?
Wie entsteht ein Jagdhorn?
An meinem älteren Instrument werden rote Flecken sichtbar. Was ist das?
Was ist ein 3B Gelenksystem?

Wieviel ist mein Instrument heute wert?

Der Wert eines Musikinstruments hängt nicht nur vom Modell und Alter, sondern vor Allem auch vom Zustand und der Spielbarkeit ab. Leider lässt sich per Ferndiagnose unmöglich seriös beurteilen, ob und welche Modifikationen, Reparaturen und/oder Überholungen fachgerecht ausgeführt worden sind.

Auch über Ventil- und Zugfunktion, Beulen oder Kratzer, den allgemeinen Zustand der Lackierung oder Versilberung etc. lässt sich ohne eine persönliche Ansicht des jeweiligen Instruments kaum eine sinnvolle Aussage treffen.

Gutachten kann Ihnen am besten ein qualifizierter Instrumentenmacher im örtlichen Fachhandel nach persönlicher, professioneller Durchsicht Ihres gebrauchten Instruments erstellen.

Wo erhalte ich mein Melton/Meinl-Weston Instrument?

Melton Instrumente sowie Zubehör und Reparaturteile werden ausschließlich über den Fachhandel vertrieben. Hier finden Sie einen Fachhändler in der Nähe.

Woher kommen die Markennamen Melton und Meinl-Weston?

melton-logo-1957
Bis zum 2. Weltkrieg wurden die Musikinstrumente im böhmisch-sächsischen Musikwinkel im Wesentlichen wie Musiknoten verlegt. Das heißt, dass der Hersteller oder sein Markenname eher selten als Gravur auf dem Instrument zu finden war. Da es aber zahlreiche Meinls in Graslitz gab, (die auch nach dem Krieg in den Westen geflohen waren) wurde entschieden, einen eigenen neuen Markennamen für die Firma Wenzel Meinl GmbH aufzubauen. So wurde der Begriff Melton = Meinl+Ton geschaffen. Zufälligerweise war dies zugleich der Telegrammname, der damals noch üblich war.

1957 wurde dann das erste Melton Logo mit dem Zusatz „Metallblasinstrumente“ designed. Natürlich sollte der Name „Melton“ dann auch für den eigenen Vertrieb in den USA eingetragen werden, aber dort hatte bereits eine Mehlfirma den Namen registriert, und somit musste man neu nachdenken. Es ist wohl eine launige Runde zusammen mit William Bell und Anton Meinl gewesen, in der man darauf kam, den Namen Meinl-Weston zu schaffen.

Einen Herrn Weston hat es nie gegeben, vielmehr sollte in den Zeiten des Kalten Krieges daran erinnert werden, dass das Produkt aus dem Westen kam, denn man wollte sich abgrenzen von der Konkurrenz aus dem Osten, die dort die Betriebe der Väter in kommunistischer Zeit übernommen hatte.

melton-logo-1980
Erst gegen 1980 wurde das Melton Logo dann überarbeitet – immer noch mit dem Bild einer Tuba im Logo. Gleichzeitig vereinheitlichten wir dann das Erscheinungsbild durch die Schaffung eines Logos mit dem Schriftzug Meinl-Weston, um wenigstens optisch die Gemeinsamkeit darzustellen, auch wenn die Logos und das Marketing bis 1990 separat geführt wurden: So werden unsere Instrumente in Europa, Australien, Korea and Taiwan mit Melton-Gravur ausgeliefert, Instrumente für U.S.A., Japan und weitere Länder erhalten eine Gravur mit Meinl-Weston.

melton-logo-1990
Mit der beginnenden Globalisierung ab 1990 führte die separate Nutzung zweier Markennamen natürlich zu Verwirrungen, nicht nur bei (welt)reisenden Musikern. Fortan erschienen also die beiden Logos Melton und Meinl-Weston auch optisch gleichberechtigt nebeneinander in allen Veröffentlichungen der Wenzel Meinl GmbH, um zu betonen, dass der einzige Unterschied in der Gravur liegt – Sie können also beruhigt die gleichen Spielqualitäten von Melton und Meinl-Weston erwarten.

Weshalb tragen ältere Meinl-Weston-Instrumente aus den USA den Zusatz „A Division of Getzen“?

Der Zusatz “A Division of Getzen”, der unter dem Meinl-Weston Logo auf dem Schallbecher zu finden ist, hat folgenden Grund Als in den späten 60er Jahren die Firma Getzen den Vertrieb für Meinl-Weston in den USA übernahm, fügten sie dem Meinl-Weston Schriftzug diesen Untertitel hinzu – allerdings war die Firma Wenzel Meinl GmbH niemals eine Unterabteilung, sondern lediglich ein Vertriebsprodukt der Firma Getzen.

Kurzanleitung zum Einstimmen einer 5- und 6-ventiligen F-Tuba von Michael Kleefoot

(3. Ventil: 1-1/2Ton, 4. Ventil: 2-1/2Ton, 5. Ventil: ausgezogener Ganzton; 6. Ventil: ausgezogener Halbton)

Bevor wir das Instrument der jeweiligen Grundstimmung anpassen, ist es sinnvoll, zunächst einige Minuten lang zu spielen. Dadurch ergeben sich zwei wichtige Grundvoraussetzungen zum Einstimmen:ein gelockerter Ansatz des Spielers und eine optimale Temperatur des Instruments.

    • Zum Angleichen an die Grundstimmung benutzen wir am besten den 4. Naturton, d.h. das „kleine f“. Wir blasen den Ton jeweils 3–4 Sek.. lang mit mittlerer Lautstärke und ziehen danach den Hauptstimmzug in die optimale Stimmposition. Als Vergleichskriterium kann ein Stimmgerät dienen oder auch ein anderes Ensembleinstrument.
    • Wir blasen das „große B“ und gleichen mit dem Stimmzug des 1. Ventils diesen Ton ab (vgl. Stimmgerät oder Ensembleinstrument).
    • Nachdem wir den Ganzton zusammen mit dem Halbton gedrückt haben, d.h. 1. und 2. Ventil gleichzeitig, spielen wir den Ton „klein a“. Wir ziehen den Stimmzug des 2. Ventils soweit heraus, dass der Ton „klein a“, gespielt mit dem Griff 1/2 nur unwesentlich höher erklingt als der gleiche Ton gespielt mit dem Griff 0 (oder „leer“).
    • Spielen wir den Ton „klein as“ mit dem Griff 2/3 und vergleichen ihn mit dem gleichen Ton, aber erzeugt mit dem Griff 2, sollten wir den Stimmzug des 3. Ventils (1-1/2Ton) so weit herausziehen, dass das „as“ mit dem 2/3-Griff nur unwesentlich höher klingt als das „as“ mit dem Griff 2.
    • Beim Einstimmen des 4. Ventils blasen wir den Ton „klein c“ zunächst mit dem Griff 0 („leer“) und vergleichen ihn mit dem gleichen Ton, geblasen mit dem Griff 4. Der Stimmzug des 4. Ventils sollte so positioniert sein, dass sich im Vergleich kein Stimmungsunterschied zwischen den verschieden gegriffenen „c“-Tönen ergibt. Der 4. Zug ist nun auf eine Quarte (2 1/2 Töne) eingestimmt.
    • Nun stimmen wir das 5. Ventil (verlängerter Ganzton) ein. Hierfür spielen wir den Ton „groß B“ mit dem Griff 1 und vergleichen ihn mit dem „großen B“, gegriffen mit 4/5. Der Stimmzug des 5. Ventils ist so weit herauszuziehen, bis beide Griffe die gleiche Tonhöhe ergeben.
    • Für 6-ventilige F-Tuben: Die Positionierung des Stimmzuges vom 6. Ventil (ausgezogener Halbton) ergibt sich durch das abwechselnde Blasen vom „großen A“, und zwar zunächst mit dem Griff 1/2 und dann mit dem Griff 4/5/6. Beide Griffe sollen die gleiche Tonhöhe ergeben.

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Die obigen Grifftabellen beziehen sich auf die hier beschriebene Einstimmethode. Da es auch andere Möglichkeiten des Einstimmens gibt, sind auch andere Griffe möglich. Erwähnenswert ist außerdem, daß verschiedene Tubamodelle bisweilen auch unterschiedliche Griffweisen erfordern. Die hier angebotene Methode kann als goldener Mittelweg gelten.

Viel Spaß am Spiel!
Michael Kleefoot (9.7.1952 – 27.11.1997) – Ein Nachruf von Klemens Pröpper

Wie lässt sich das Federventil eines Melton Es/B Umschalthorns feststellen?

Lassen Sie sich von uns kostenlos ein sogenanntes „Nietplättchen“ zusenden, und schrauben Sie den Unterdeckel auf der Rückseite des Ventils ab. In die Mitte legen Sie das Plättchen und schrauben den Deckel nun wieder auf das Horn. Nun können Sie mit dem rückseitigen Deckel das Ventil feststellen.

Was bewirkt der optionale doppelt konische Stimmzug bei Parforcehorn-Modellen?

Beim doppelt konischen Stimmzug ist der erste Konus die genaue Passung für den Mundstückschaft und verläuft dann – allmählich enger werdend – nach unten. Der zweite Konus, der sich danach wieder öffnet, führt die Tonsäule in das ohnehin in sich konische Instrument – wie eigentlich bei allen professionellen Blasinstrumenten üblich.

Der doppelt konische Stimmzug gewährt dadurch Tonsicherheit und vermeidet Flattern. Zudem ermöglicht er die Verwendung eines echten Waldhornmundstücks, was wiederum eine größere Auswahl an Mundstücken eröffnet.

Allerdings sollte immer das ganze Korps diese Ausstattung haben, denn sonst treibt ein Einzelner mit diesem Stimmzug die gesamte Stimmung nach oben. Eine nachträgliche Ausfütterung ist übrigens bei Einsenden des ursprünglich zylindrischen Stimmzuges möglich.

Dafür braucht man ein Mundstück mit E-Schaft oder ein echtes Waldhornmundstück. Ein bereits vorgefertigter Stimmzug kann nicht verwendet werden, denn es wird grundsätzlich nur diese konische Ausfütterung in ein zylindrisches Rohr gesteckt, das dann den lnnenstimmzug bildet, und dieser ist wiederum mit dem Außenrohr genau von Hand angepasst.
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Was bewirkt das echte Waldhorn-Mundrohr beim R 1181w?

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Das echte Waldhornmundrohr ist die konsequente Fortentwicklung des Grundgedankens des doppelt konischen Mundrohrs. Durch das gänzlich konische Waldhornmundrohr, komplett aus Neusilber, verfeinert man den Klang des Parforcehorns noch mehr in Richtung eines runden Tones. Das Instrument wird zwar nicht leichter in der Ansprache, aber die Töne „stehen“ sicherer. Auch beim echten Waldhormundrohr braucht man (wie bei Verwendung des doppelt konischen Mundrohrs) immer ein Mundstück mit E-Schaft oder ein echtes Waldhornmundstück.

Wie wird man Instrumentenmacher?

(Artikel in der Süddeutschen Zeitung vom 1.09.2000)

Bernhard Goertz ist Ausbilder und Werkstattmeister bei der Wenzel Meinl GmbH. Über seinen Beruf und die dreijährige Berufsausbildung zum Metallblasinstrumentenmacher stand der Ausbildungsleiter der Süddeutschen Zeitung Rede und Antwort.

Aus der Süddeutschen Zeitung vom 1. September 2000 (Nr. 201, WOR):

Nachgefragt – Wie wird man Instrumentenbauer?
Bernhard Goertz ist Ausbilder und Werkstattmeister bei der Geretsrieder Firma „Meinl Wenzel GmbH Metallblasinstrumente“. Über seinen Job und die dreijährige Berufsausbildung zum Metallblasinstrumentenmacher äußerte sich der Ausbildungsleiter gegenüber der SZ.

SZ: Wie wird man Ausbildungsleiter?
Goertz: Ich habe in dieser Firma meine Lehre gemacht, dann die Meisterprüfung vor der Handwerkskammer abgelegt, und seit acht Jahren leite ich die Ausbildung unserer Lehrlinge.

SZ: Weshalb wird man Ausbildungsleiter?
Goertz: Um eine sehr interessante handwerkliche Tätigkeit an junge Leute weiter zu vermitteln. Es macht mir großen Spaß, die Jugendlichen über die Jahre hin zu begleiten.

SZ: In welchem Alter und mit welchen Voraussetzungen kommen die Azubis zu Ihnen?
Goertz: Da gibt es zwei Extreme. Die Jüngeren kommen mit 15, 16 Jahren von der Haupt- oder Realschule. Wir haben auch schon einem 15-Jährigen ohne Schulabschluss die Chande gegeben, bei uns zu lernen. Die sind dann mit noch nicht 20 Jahren fertig. Die Älteren kommen erst in diesem Alter zu uns. Das sind Leute auf der Suche, die nach dem Abitur oder nach einem abgebrochenen Studium etwas Praktisches machen wollen. Manche kommen aus der Musikbranche. Andere sind Bundeswehrmusiker. Weider andere haben ein technisches Studium absolviert.

SZ: Gibt es da einen Unterschied in der Berufauffassung?
Goertz: Das Ziel ist oft unterschiedlich. Manche der Studienabbrecher sehen das hier als Durchgangsstadium, um später ihr Studium wieder aufzunehmen

SZ: Ist die Nachfrage nach Ausbildungsplätzen groß?
Goertz: Das kann man schon sagen. Es gibt in dieser Branche nicht mehr viele, die Nachwuchs ausbilden. Wir bekommen nächste Woche zwei Neue: einen aus Rosenheim und einen aus Berlin. Der hatte sich in Brandenburg und in den neuen Ländern vergeblich beworben. Jetzt kommt er zu uns.

SZ: Was sollte ein Bewerber neben dem Schulabschluss mitbringen?
Goertz: Vor allem den Spaß daran, mit den Händen etwas zu fertigen.

Wie entsteht ein Jagdhorn?

Stephanie Geißendörfer besuchte den Metallblasinstrumentenmacher Wenzel Meinl in Geretsried und erfuhr: Jedes Horn ist eine Seele aus Messing.

Hier finden Sie den Artikel von Stephanie Geißendörfer in der „Jagd in Bayern“ (Ausgabe Nr. 7 – Juli 2008): JiB-7-08-Jagdhornherstellung.pdf (294,5 kB)

An meinem älteren Instrument werden rote Flecken sichtbar. Was ist das?

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Hierbei handelt es sich höchstwahrscheinlich um einen sogenannten „roten Punkt“, ein Kupferloch. Stetige Einwirkung von Feuchtigkeit – z.B. wenn man das Instrument nach dem Spiel nicht trocknen lässt – führt nach längerer Zeit zur Entzinkung. Das heißt das Zink wird aus der Materialverbindung herausgelöst oder „herausgefressen“ und der rote Punkt bleibt zurück. Das betroffene Teil muss dann ausgetauscht werden. Dies ist mit etwas Pflege leicht zu vermeiden.

Bitte beachten Sie hierzu auch unsere Pflegehinweise.
Übrigens: Goldmessing (und auch Neusilber) ist weitestgehend resistent gegen Entzinkung.

Was ist ein 3B Gelenksystem?

Im Gegensatz zu Im Gegensatz zu herkömmlichen Druckwerkgelenkkonstruktionen gewährleisten beim innovativen 3B Gelenksystem pro Ventil gleich 2 bronzegelagerte Stahlkugeln eine ideale Kraftübertragung zum Ventil, und zwar jeweils am Druckwerkfuß und am Ende der Schubstange zum Flügel.

3B steht dabei für „Bronze Ball Bearing“ oder „bronze-gelagerte Stahlkugel“. Damit diese hochwertige Kugel/Gleitlagerkombination ihre Vorteile auch voll ausspielen kann, sorgt je eine Feder am Druckwerkfuß für problemlosen Lauf und einem der Schnurmechanik ähnlichem weichem Druckgefühl.

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